Was wäre, wenn man Ihnen sagen würde, dass in Paris ein ganzes Haus in einen Flur passen kann? Ja, ja, Sie haben richtig gelesen. Im 10ᵉ Arrondissement zieht eine winzige Fassade die Augen der aufmerksamsten Passanten auf sich. Die meisten Schaulustigen gehen daran vorbei, ohne sie überhaupt zu bemerken. Mit einer Breite von nur 1,10 Metern und einer Höhe von 5 Metern gilt sie als das kleinste Haus in Paris. Ungewöhnlich, unauffällig und voller Geschichten: Hier ist die Entdeckung eines kleinen versteckten Schatzes.
Ein kleines Juwel – im wahrsten Sinne des Wortes – des 10.
Kurs also auf die 39, rue du Château-d’Eau, nur wenige Schritte von République entfernt. Hier befindet sich, eingeklemmt zwischen zwei Gebäuden, ein Gebäude, das oftmals unbemerkt bleibt. Man muss sich schon ein wenig konzentrieren, um es nicht zu übersehen, aber wenn man es einmal entdeckt hat, kann man es nicht mehr vergessen. Mit seiner winzigen Tür und den unwahrscheinlichen Proportionen wirkt es wie ein Puppenhaus. In Paris sind wir an kleine Wohnungen gewöhnt, aber das hier ist der Hammer.
Rekordverdächtige Abmessungen
Die Zahlen überraschen: 1,10 Meter breit (manche runden großzügig auf 1,5 Meter auf), etwa 3 Meter tief und eine Fläche im Erdgeschoss von … 4 kleinen Quadratmetern. Nicht mehr als das. Das Haus erstreckt sich jedoch über zwei Ebenen und erreicht eine Höhe von 5 Metern. Das bedeutet, dass man weder groß noch breit sein muss, um hier zu leben.
Wenn ein Erbschaftsstreit zum ungewöhnlichen Erbe wird
Aber wer hatte die Idee, ein solches Gebäude zu bauen? Diese Kuriosität entstand nicht aus einem originellen architektonischen Projekt, sondern aus einem Streit. Ursprünglich verband ein Durchgang die Rue du Château-d’Eau mit dem Faubourg Saint-Martin. Ein Erbschaftsstreit beendete diese Öffnung, und um die Meinungsverschiedenheit endgültig zu besiegeln, wurde dieses kleine Haus gebaut. Das Ergebnis: eine Fassade, die nach nichts aussieht, aber eine kleine Geschichte des Pariser Stadtlebens erzählt.
Das kleinste Haus von Paris: winzig, aber nicht verlassen.
Trotz seiner liliputanischen Ausmaße war das Haus schon immer bewohnt. Ende des 19ᵉ Jahrhunderts befand sich darin die Werkstatt eines Schuhmachers. Im Jahr 1897 erwähnte die Zeitung Le Gaulois „einen Laden von einigen Quadratmetern, in dem der Handwerker unermüdlich arbeitete“. Im Obergeschoss befand sich ein winziges Schlafzimmer. Es wird sogar erzählt, dass eine einfache Wiege ausreichte, um den ganzen Raum auszufüllen. Auch heute noch lebt der Ort: Im Erdgeschoss befindet sich jetzt eine Kleiderboutique. Das zeigt, dass auch 4 m² für ein florierendes Geschäft in Paris ausreichen können.
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass es keine offizielle Plakette, keine Klassifizierung oder Eintragung in irgendeine Liste gibt. Nur ein inoffizieller, ungewöhnlicher Rekord: der des kleinsten Hauses in Paris. Diese Adresse bringt Neugierige immer wieder zum Lächeln und erinnert uns daran, dass die Hauptstadt voller versteckter Nuggets steckt. Hier gibt es keine Vergoldungen oder Kolonnaden, sondern nur ein Mikrogebäude, das in seiner Originalität mit den größten Denkmälern der Stadt der Lichter konkurriert.
📌 O rt: 39, rue du Château-d’Eau