Im Herzen von Saint-Germain-des-Prés gehört die Brasserie Lipp zu den Adressen, die die Epochen überdauern, ohne etwas von ihrem Glanz zu verlieren. Die 1880 gegründete und unter Denkmalschutz stehende Brasserie wurde von Schriftstellern und Politikern gleichermaßen frequentiert und ist auch heute noch eine der symbolträchtigsten Brasserien von Paris.
Die Institution in Saint-Germain-des-Prés, die von Hemingway und Apollinaire besucht wurde.
Nur wenige Schritte von der Kirche in Saint-Germain-des-Prés entfernt befindet sich die Brasserie Lipp, eine der legendärsten Adressen von Paris. Sie wurde 1880 von Léonard Lipp, einem Elsässer, der nach dem Krieg von 1870 ins Exil ging, gegründet und entwickelte sich schnell zu einer Hochburg der Gastronomie und des intellektuellen Lebens, die sowohl von Schriftstellern als auch von Politikern frequentiert wurde. Seit 1989 steht sie unter Denkmalschutz und verkörpert auch heute noch den Geist der großen Pariser Brasserien.
Schon beim Betreten des Lokals fällt einem die Einrichtung auf, die ihrem Ursprung treu geblieben ist. Keramikfliesen mit Blumenmotiven, gemalte Fresken, Spiegel, Holzvertäfelungen und braune Lederbänke versetzen den Besucher in die Atmosphäre der Belle Époque. Alles hier strahlt Authentizität aus, so dass der Saal zu den am besten erhaltenen Innenräumen einer Brasserie in Paris zählt.
Auf dem Teller setzt die Brasserie Lipp seit jeher auf eine einfache und großzügige Küche, die die großen französischen Traditionen respektiert. Man genießt hier typische Elsässer Gerichte wie garniertes Sauerkraut, aber auch Brasserie-Klassiker: Sellerie-Remoulade, Lauch-Vinaigrette, Andouillette AAAAA, Blanquette de veau oder auch tête de veau ravigote. Bei den Desserts zählen die schwimmende Insel und die hausgemachte Mousse au Chocolat zu den absoluten Must-haves.
Im Laufe der Jahrzehnte hat Lipp eine angesehene Kundschaft empfangen. Guillaume Apollinaire, André Gide, Paul Éluard und Ernest Hemingway trafen sich hier, um zu diskutieren und zu schreiben. Später kamen viele Politiker hierher, so dass die Brasserie manchmal auch als „Nebengebäude der Nationalversammlung“ bezeichnet wurde. Auch heute noch zieht sie sowohl Stammgäste aus dem Viertel als auch Besucher aus aller Welt an, die dieses Stück Pariser Geschichte probieren wollen.
Mit ihrer lebendigen Atmosphäre, ihrer denkmalgeschützten Einrichtung und ihrer Speisekarte, die die Zeit überdauert, ohne aus der Mode zu kommen, bleibt die Brasserie Lipp eines der lebenden Symbole der Pariser Gastronomie. Ob man hier unter der Woche zu einem Mittagessen, einem späten Abendessen oder einfach nur, um die Atmosphäre von Saint-Germain aufzusaugen, einkehrt, es ist eine Erfahrung, die man mindestens einmal gemacht haben muss.
📍Ort: Brasserie Lipp – 151, boulevard Saint-Germain, 75006

