Eingebettet in das Corbières-Massiv gehört die Abtei von Fontfroide zu den Orten, die den Eindruck einer Zeitreise vermitteln. Umgeben von Hügeln, Zypressen und Weinbergen bietet sie eine ruhige Umgebung, weit weg vom Trubel, ideal für einen Ausflug zwischen Kulturerbe und Natur , nur wenige Stunden von der Hauptstadt entfernt.
Dieses mittelalterliche Juwel gehört zu den schönsten Abteien Frankreichs
Die Ende des 11. Jahrhunderts gegründete Abtei schloss sich schon früh dem Zisterzienserorden an und erlebte schnell großen Wohlstand. Im 13. Jahrhundert wurde sie zu einem der wichtigsten religiösen Zentren Südfrankreichs. Ihre Geschichte ist eng mit dem Kreuzzug gegen die Katharer verbunden, und Fontfroide strahlte über das gesamte Languedoc aus, bevor sie ab dem 15. Jahrhundert allmählich an Bedeutung verlor.
Architektonisch gesehen ist das Ensemble den Zisterzienserprinzipien treu geblieben und setzt auf Schlichtheit und Ausgewogenheit. Die Abteikirche beeindruckt durch ihre Proportionen und ihr sanftes Licht, das durch hohe Öffnungen hereinfällt. Der Kreuzgang, das eigentliche Herzstück der Abtei, lädt mit seinen eleganten Galerien, Bögen und seinem perfekt angelegten Garten zum Spazierengehen ein. Rundherum kann man im Kapitelsaal, im Schlafsaal, im ehemaligen Refektorium und in den Klostergebäuden den Alltag der Mönche nachvollziehen und die Organisation einer großen mittelalterlichen Abtei verstehen.
Nach der Französischen Revolution wurde Fontfroide als nationales Eigentum verkauft und in einen landwirtschaftlichen Betrieb umgewandelt. Die Anlage entging jedoch dem Verfall, da sie zu Beginn des 20. Jahrhunderts vom Maler und Sammler Gustave Fayet gekauft wurde. Seine Familie begann mit einer ehrgeizigen Restaurierung, belebte die Gärten wieder und öffnete die Abtei nach und nach für die Öffentlichkeit. Auch heute noch gehört das Anwesen seinen Nachkommen, die diese Aufwertungsarbeiten fortsetzen.
Die Besichtigung beschränkt sich nicht nur auf die Gebäude, denn die sorgfältig restaurierten Terrassengärten laden zu einem schönen Spaziergang zwischen Rosengärten, mediterranen Beeten und Wasserbecken ein. Von dort aus hat man einen tollen Blick auf die umliegenden Hügel und die Weinberge, die die Abtei umgeben. Denn Fontfroide ist auch ein bekanntes Weingut. Der Weinberg bringt übrigens mehrere Weine hervor, die man bei Verkostungen entdecken kann, wodurch der Besuch um ein kulinarisches Erlebnis erweitert wird.
Die Abtei Fontfroide ist mit dem Zug von Paris über Narbonne erreichbar und gilt als eine der schönsten Klosteranlagen Südfrankreichs. Ein besonderer Ort, monumental und beruhigend zugleich, an den man kommt, um die Architektur zu bewundern und einen Moment der Zeitlosigkeit im Herzen der Corbières zu genießen.
📍Ort: Abtei Fontfroide – 613, chemin de Fontfroide – 11000 Narbonne

