Die Abtei Sénanque, die mit dem Zug drei Stunden von Paris entfernt liegt, offenbart sich am Ende eines unauffälligen Tals, umgeben von Hügeln und Feldern. Die 1148 von Zisterziensermönchen aus Mazan gegründete Abtei ist heute noch eines der markantesten Zeugnisse der mittelalterlichen religiösen Architektur in der Provence. Ihre schlichte, fast strenge Silhouette steht im Kontrast zur umliegenden Landschaft, besonders wenn die Lavendelfelder blühen.
Eine Zisterzienserabtei im Herzen der Lavendelfelder.
Die Abtei wurde nach den strengen Grundsätzen des Zisterzienserordens konzipiert, der Einfachheit, Stille und Rückzug von der Welt propagierte. Hier gibt es keine überflüssigen Ornamente oder auffälligen Skulpturen. Die Abteikirche, der Kreuzgang, der Kapitelsaal oder auch der Schlafsaal der Mönche bilden ein Ensemble, das darauf ausgelegt ist, den Rhythmus des klösterlichen Lebens zwischen Gebet und Arbeit zu bestimmen.
Im Laufe der Jahrhunderte erlebte die Abtei von Sénanque Zeiten des Wohlstands, aber auch des Niedergangs. Nach der Französischen Revolution wurde sie verlassen und diente eine Zeit lang als landwirtschaftliches Gebäude, bevor sie im 19. Jahrhundert aufgekauft und restauriert wurde. Seit dem 20. Jahrhundert lebt dort wieder eine Gemeinschaft von Zisterziensermönchen, die eine kontinuierliche, diskrete und dem Geist des Ortes getreue klösterliche Präsenz fortsetzen.
Was bei der Ankunft sofort auffällt, ist die enge Verbindung zwischen der Abtei und ihrer Umgebung. Die Lavendelfelder rund um die Anlage, die von den Mönchen bewirtschaftet werden, sind zu einem der emblematischsten Bilder der Provence geworden. Im Sommer, wenn die Blumen in voller Blüte stehen, bietet der Kontrast zwischen dem Violett der Lavendelreihen und dem hellen Stein der Abtei einen atemberaubenden Anblick.
Bei einem Besuch können Sie die wesentlichen Räume des Klosterlebens entdecken und gleichzeitig den Alltag der Mönche verstehen, der noch immer von Gottesdiensten und Handarbeit geprägt ist. Der Abteishop bietet übrigens Produkte aus dieser Tätigkeit an, wie Honig oder ätherische Öle, in logischer Kontinuität mit der landwirtschaftlichen Geschichte des Ortes.
Mit dieser Postkartenlandschaft ist dies also eine unumgängliche Etappe für jeden, der den Luberon erkundet! Außerdem befindet sich die Abtei in Gordes, das kürzlich zum schönsten Dorf der Welt gewählt wurde.
📍Abtei von Sénanque – Gordes 84220
