An einem der Seine-Arme nordwestlich von Paris kann man einen der verwirrendsten Orte der Region finden. Auf den ersten Blick ohne Geschichte, hat diese Insel zwischen den Städten Médan und Villennes dennoch bis heute tausend Leben gelebt. In ihrem Inneren befindet sich übrigens ein beliebter Spot für urbane Entdecker– ein echter Wasserpark!
Ein verlassener Wasserpark wird zum Paradies für Urban Explorer
Zwischen dem verfallenen Schloss von Angervilliers, der unheimlichen Villa Bela Kiss und dem verlassenen ehemaligen Dorf Goussainville gibt es für Urban-Exploration-Fans in der Pariser Region genug zu tun, um ihrer Leidenschaft zu frönen. Aber gibt es etwas Ungewöhnlicheres als einen völlig verlassenen Wasserpark? Auf jeden Fall kann man genau das auf der Insel Platais im Nordwesten der Hauptstadt finden.
Jahrhundert war die Insel Platais unbewohnt. 1880 zog der Schriftsteller Émile Zola in ein Chalet mit dem Spitznamen Paradou, um sich dort niederzulassen. Bis zum Weiterverkauf des Grundstücks nach dem Tod des Besitzers im Jahr 1903 trafen sich hier viele andere berühmte Persönlichkeiten der damaligen Zeit. Etwa 20 Jahre später warfen die Brüder Durville ein Auge auf die Insel, um dort eine FKK-Kolonie mit dem Namen Physiopolis zu errichten. Die eigentliche Bestimmung des Ortes wurde jedoch mit der Eröffnung eines Badehauses mit Schwimmbad, Strand, Restaurant und Bar erreicht. Da diese Eröffnung mit der Einführung des bezahlten Urlaubs in Frankreich zusammenfiel, war sie ein sofortiger Erfolg und das Anwesen erlebte auf seinem Höhepunkt Tage mit über 9000 Besuchern!
Lange Jahre war es ein Freizeitzentrum, bis es schließlich 2003 seinen Betrieb einstellte und die Umgebung dem Verfall preisgegeben wurde. Der Zahn der Zeit hat auch hier seine Spuren hinterlassen, sodass heute nur noch die Überreste des einst beliebten Komplexes zu sehen sind. Viele Neugierige überqueren die Seine, um das Gelände zu besichtigen und einen Blick in die Vergangenheit zu werfen. Während die zahlreichen Sportplätze fast vollständig unter der Vegetation verschwunden sind, steht das Hauptgebäude noch auf den Füßen und ist mit seinem Art-déco-Stil ziemlich beeindruckend. Was die Anlage auch und vor allem berühmt macht, ist die riesige Rutsche und die alten Becken, die sich in einem Zustand fortgeschrittenen Verfalls befinden. Man kann sich leicht vorstellen, dass hier Tausende von Urlaubern herumplanschen.
Inzwischen wurde der Komplex anscheinend aufgekauft, und es zeichnet sich vielleicht ein neues Leben für ihn ab.

