Er sollte Frankreich in die Riege der großen Themenparks bringen. Mirapolis wurde im Frühjahr 1987 in Courdimanche im Val-d’Oise eröffnet und erstreckte sich über mehrere Dutzend Hektar in der Nähe von Cergy-Pontoise. Das Projekt setzte auf Märchen, Legenden und die großen Persönlichkeiten der französischen Kultur – lange vor der Eröffnung des Parc Astérix und von Disneyland Paris. 35 Jahre nach seiner Schließung wird sein Name jedoch immer noch mit einem der spektakulärsten Misserfolge in der Geschichte der Freizeitbranche in Frankreich in Verbindung gebracht.
Mirapolis, der Vergnügungspark, über dem ein 35 Meter hoher Gargantua thront
Das markanteste Merkmal war eine 35 Meter hohe Gargantua-Statue, die das Gelände beherrschte und einen szenischen Rundgang beherbergte. Rund um den von Rabelais erdachten Riesen fanden die Besucher in acht Themenbereichen Achterbahnen, Wasserbahnen und Welten, die von der Cité d’Ys, Dame Tartine oder auch französischen Fabeln inspiriert waren.

Mirapolis war als Familienpark konzipiert worden, der täglich Tausende von Besuchern aufnehmen sollte. Die Investitionen waren beträchtlich, doch die Besucherzahlen erreichten nie das erhoffte Niveau. Die Eintrittspreise, ein als schwer verständlich empfundenes Konzept und hohe Betriebskosten brachten das Geschäftsmodell schnell ins Wanken. Nach mehreren Führungswechseln schloss der Park im Oktober 1991, am Ende seiner fünften Saison, endgültig seine Pforten.
Was ist vom verlassenen Mirapolis-Park übrig geblieben?
Die meisten Attraktionen wurden anschließend abgebaut, weiterverkauft oder in andere europäische Parks verlegt. Die Gebäude wurden ab den 1990er Jahren abgerissen und Gargantuas Kopf wurde 1995 gesprengt. Einige Bauwerke, Teile der Straßenführung und Elemente des ehemaligen Eingangs erinnerten noch lange an den Park, während die Vegetation nach und nach das Gelände zurückeroberte.

Mirapolis ist also kein intakter, verlassener Park mehr, auch wenn manche Urbex-Fotos das vermuten lassen. Das Gelände ist eine Brachfläche, die nicht für Besucher zugänglich ist und deren Zukunft regelmäßig Gegenstand neuer Projekte ist. Im Juli 2026 wurde in der Presse die Möglichkeit angesprochen, dort einen von Dragon Ball inspirierten Park zu errichten, allerdings ohne offizielle Bestätigung oder angekündigten Zeitplan. Ein weiterer Beweis dafür, dass Mirapolis, auch wenn es nicht mehr existiert, weiterhin die ehrgeizigsten Projekte beflügelt.