Man verbindet das französische 17. Jahrhundert oft mit Versailles. Doch schon mehrere Jahre vor dem Baubeginn des Palastes Ludwigs XIV. galt ein anderes Schloss bereits als architektonische Revolution. In Maisons-Laffitte im Departement Yvelines steht ein Bauwerk, das die Geschichte der französischen Architektur tief geprägt hat : das Schloss von Maisons, das von vielen Historikern als eines der Vorbilder angesehen wird, die die großen klassischen Schlösser inspirierten, die ihm folgten.
Ein „Labor“ von Versailles, das im 20. Jahrhundert beinahe abgerissen worden wäre
Architektonisch gesehen scheinen jede Fassade, jede Perspektive und jeder Baukörper dieses Gebäudes einer perfekt beherrschten Logik zu folgen. Dieses Streben nach Harmonie ist das Werk von François Mansart, einem der brillantesten Architekten seiner Zeit, den René de Longueil in den 1640er Jahren mit dem Bau des Schlosses beauftragte.
Zu jener Zeit war René de Longueil eine einflussreiche Persönlichkeit im Königreich. Er wünschte sich einen Wohnsitz, der hochrangige Besucher, insbesondere den König, beeindrucken konnte. Das Unterfangen war erfolgreich: Der junge Ludwig XIV. wurde 1651 im Schloss bei einem prächtigen Empfang empfangen, der dazu beitrug, den Ruf des Ortes zu festigen.

Im Inneren des Schlosses kündigen der monumentale, nach außen hin offene Vorraum, seine Treppen, seine Innenraumgestaltung und die Gestaltung der Fassaden bereits die großen Prinzipien der klassischen französischen Architektur an. Viele sind heute der Ansicht, dass es als Labor für die nachfolgenden Bauwerke diente, insbesondere für Vaux-le-Vicomte und Versailles.
Das Schloss beeindruckt auch durch seine Geschichte. Zu seiner Blütezeit war es das Zentrum eines riesigen, mehrere hundert Hektar großen Anwesens, das ebenfalls von Mansart entworfen wurde. Auch wenn ein Großteil dieses Komplexes im Laufe der Jahrhunderte verschwunden ist, hat das Hauptgebäude die Zeit fast unversehrt überstanden und insbesondere mehrere originale Innenausstattungen bewahrt.

Im Inneren entdecken Besucher eines der schönsten Beispiele für die aristokratische Lebenskunst unter Ludwig XIII. und zu Beginn der Herrschaft Ludwigs XIV. Die reich verzierten Salons, die bemalten Decken und die spektakuläre Prunktreppe zeugen noch heute von der Raffinesse, die sein Auftraggeber anstrebte.
Die Geschichte des Bauwerks hätte jedoch ein jähes Ende finden können. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts bedrohten mehrere Projekte seine Existenz, und manche erwogen sogar seinen Abriss. Der Staat kaufte das Schloss schließlich 1905 auf und sicherte so seinen Erhalt, bevor es einige Jahre später unter Denkmalschutz gestellt wurde.
Heute bietet das Schloss von Maisons-Laffitte einen idealen Ausflug vor den Toren von Paris. Mit der RER A in etwa zwanzig Minuten erreichbar, ermöglicht es dir, ein bedeutendes Denkmal der französischen Geschichte zu entdecken, ohne die Île-de-France zu verlassen.
📍Schloss Maisons-Laffitte – 2, avenue Carnot, Maisons-Laffitte