Man spricht oft von Fontainebleau oder dem Chevreuse-Tal, wenn es darum geht, Paris für einen Tagesausflug zu verlassen. Doch westlich der Hauptstadt bietet das französische Vexin völlig andere Landschaften, die viel abwechslungsreicher sind, als man sich vorstellen kann. Zwischen dem Val-d’Oise und den Yvelines gelegen, vereint dieser weitläufige regionale Naturpark malerische Dörfer, Kalksteinfelsen, weite landwirtschaftliche Flächen und Schleifen der Seine in einer Atmosphäre, die viel ruhiger ist als an anderen Ausflugszielen in der Île-de-France.
Ein weitläufiges Naturgebiet, das vom Massentourismus verschont geblieben ist
Das Gebiet erstreckt sich über mehr als 70.000 Hektar und umfasst fast hundert Gemeinden. Hier führen die Straßen durch Felder, so weit das Auge reicht, bevor sie in Dörfer aus hellem Stein münden, die oft um eine Kirche oder einen alten Waschplatz herum gebaut sind. Auf manchen Abschnitten hat man fast den Eindruck, eine Landschaft zu durchqueren, die viel weiter von Paris entfernt ist.
Zu den bekanntesten Orten des Parks gehört zweifellos La Roche-Guyon. Eingeklemmt zwischen einer riesigen Felswand und der Seine bietet dieses Dorf eine der spektakulärsten Kulissen der Region. Sein Höhlenschloss, seine engen Gassen und die Ausblicke auf das Tal ziehen das ganze Jahr über Besucher an. Etwas weiter entfernt besticht Vétheuil durch seine ruhigere Atmosphäre und seine Verbindung zu Claude Monet, der dort mehrere Dutzend Gemälde gemalt hat.

Die beste Art, all diese Orte zu entdecken, ist, von Dorf zu Dorf zu wandern, ein paar Kilometer zu laufen, am Ufer der Seine Halt zu machen oder einfach eine kleine Straße nach dem Zufallsprinzip einzuschlagen. Mehrere Wanderwege durchziehen den Park, insbesondere rund um die Hügel und landwirtschaftlichen Hochebenen.
Auch Wanderfreunde kommen hier voll auf ihre Kosten. Manche Wanderungen führen entlang der Klippen des Vexin, andere durch Wälder oder viel verstecktere Täler. Im Frühling sind die Wege besonders schön, wenn die Felder blühen und die Bäume wieder Farbe bekommen.
Der Park hat auch eine starke historische und künstlerische Identität. Mehrere impressionistische Maler haben in der Region gearbeitet, angezogen vom Licht und den Landschaften des Seine-Tals. Diese Dimension ist heute noch in einigen Dörfern und Künstlerhäusern sehr präsent.

Ein weiterer Vorteil des Vexin ist, dass es vom Massentourismus relativ verschont geblieben ist. Selbst am Wochenende findet man hier noch sehr ruhige Ecken, weniger als eine Stunde von Paris entfernt. Man wechselt mühelos zwischen Kulturerbe, Natur und Pausen auf der Terrasse hin und her, ohne jemals das Gefühl zu haben, auf einer allzu ausgetretenen Pfade zu wandeln.
Je nach Gebiet mit dem Auto oder dem Zug erreichbar, gehört der regionale Naturpark Vexin français eindeutig zu den besten Optionen, um schnell abzuschalten, ohne die Île-de-France zu verlassen. Ein weitläufiges und oft unterschätztes Gebiet, obwohl es einige der schönsten Landschaften der Region beherbergt.
📍Regionaler Naturpark Vexin