Die Stadt in der Region Hauts-de-France liegt etwas mehr als 1,5 Stunden mit dem Zug von Paris entfernt und beherbergt eines der ersten Juwelen der gotischen Kunst in Frankreich. Die hoch gelegene Kathedrale überragt die Stadt und bietet schöne Panoramablicke auf die gesamte Region. Für Liebhaber des Kulturerbes ist ein Besuch ein Muss!
Eine Kathedrale als Symbol der Frühgotik in Frankreich
Die Kathedrale Notre-Dame de Laon ist schon lange vor der Ankunft in der Stadt sichtbar und diente Reisenden, die die Ebenen der Picardie durchquerten, lange Zeit als Orientierungspunkt. Ihre Präsenz beherrscht die Landschaft seit dem 12. Jahrhundert und bildet einen der faszinierendsten gotischen Baukomplexe Frankreichs, der oft mit seinen Gegenstücken in Reims oder Chartres verglichen wird, jedoch eine eigene Persönlichkeit besitzt.
Der Bau des Gebäudes begann um 1150, in einer Zeit, in der die gotische Architektur in voller Blüte stand. Schon früh übernahmen die Baumeister von Laon die Neuerungen des neuen Stils, fügten ihm aber eine Note hinzu, die seine Einzigartigkeit ausmacht: eine Reihe von sehr hohen und weit ausgeschnittenen Türmen, die der Kathedrale das Aussehen einer Festung verleihen.
Die Westfassade ist einer der spektakulärsten Teile des Gebäudes. Um die beiden majestätischen Türme herum befinden sich zahlreiche Öffnungen, Wasserspeier und Skulpturen, die das Dekor bilden. Bemerkenswert sind auch die drei reich verzierten Portale. Im Inneren befindet sich ein hohes und helles Kirchenschiff, das von massiven Säulen getragen wird. Kreuzgewölbe und große Fenster lassen das Licht durch den Raum fallen und bringen die Farben und Texturen der Steine zum Vorschein.
Im Laufe der Jahrhunderte wurden die Stadt und ihre Kathedrale mit Kriegen, Revolutionen und städtebaulichen Veränderungen konfrontiert. Dennoch hat das Hauptgebäude weit mehr ausgehalten, als man von einem mittelalterlichen Bauwerk erwarten würde. Die im 19. und 20. Jahrhundert durchgeführten Restaurierungsarbeiten haben es ermöglicht, dieses bedeutende Erbe zu stabilisieren und aufzuwerten, wobei sein ursprüngliches Aussehen bewahrt wurde.
Neben ihrer architektonischen Dimension nimmt die Kathedrale von Laon auch einen wichtigen Platz in der religiösen und kulturellen Geschichte der Region ein. Sie war ein zentrales spirituelles Zentrum, das im Laufe der Jahrhunderte Pilger, Bischöfe und Intellektuelle anzog. Im Mittelalter war die Stadt Laon selbst ein strategischer Knotenpunkt zwischen Paris, Reims und Flandern, was die Bedeutung ihrer Kathedrale noch weiter steigerte.
Heute finden in dem Gebäude Konzerte, Führungen und kulturelle Veranstaltungen statt, die ihre Türen für ein vielfältiges Publikum öffnen. Rundherum hat die Altstadt von Laon ihre gepflasterten Gassen und alten Häuser bewahrt und lädt dazu ein, den Besuch über das Monument hinaus zu verlängern.
Laon und seine Kathedrale sind von Paris aus mit dem Zug oder dem Auto leicht zu erreichen und stellen einen idealen Ausflug für diejenigen dar, die eine weniger touristische, aber ebenso spektakuläre Facette des gotischen Erbes Frankreichs erkunden möchten.
📍Notre-Dame de Laon – Rue du Cloître, Laon

