Etwas mehr als eine Stunde von Paris entfernt haben manche Dörfer eine ganz eigene Atmosphäre. Barbizon im Departement Seine-et-Marne gehört eindeutig dazu. Schon bei der Ankunft versteht man, warum dieses kleine Dorf im Laufe der Jahrzehnte so viele Künstler angezogen hat. Hier sind die Straßen ruhig, die Fassaden von Pflanzen bewachsen, und der Wald beginnt fast direkt am Dorfrand.
Ein Dorf außerhalb der Zeit, 60 km von Paris entfernt
Im 19. Jahrhundert ließen sich Maler wie Jean-François Millet oder Théodore Rousseau in diesem kleinen Ort nieder , um so nah wie möglich an der Natur zu arbeiten. Das war die Geburtsstunde der École de Barbizon, einer Bewegung, die die Landschaftsmalerei tiefgreifend verändern sollte, indem sie das Arbeiten im Freien dem Atelier vorzog. Auch heute noch ist diese Identität deutlich spürbar. Das Dorf verfügt über mehrere Galerien, ein den Malern gewidmetes Museum und sogar einen Rundgang, auf dem man ihren Spuren folgen kann.

Im Herzen der Hauptstraße schlendert man zwischen alten Häusern, Künstlerateliers und kleinen Läden hindurch , in dieser eher seltenen Mischung aus charaktervollem Dorf und Kulturort. Sehr schnell ändert sich die Kulisse. Nach wenigen Minuten zu Fuß erreicht man den Wald von Fontainebleau, der Barbizon umgibt und den Besuch auf natürliche Weise fortsetzt.
Hier führen mehrere Wege tief in den Wald hinein, darunter der berühmte „Circuit des peintres“, ein etwa 6 Kilometer langer Rundweg, der das Dorf mit dem Wald verbindet. Die Route führt durch die Landschaften, die die Künstler inspiriert haben, mit Felsen, Lichtungen und freien Ausblicken. Unterwegs stößt man unter anderem auf das Millet und Rousseau gewidmete Medaillon oder auch auf erstaunliche Felsformationen, wie den Felsen in Form eines Elefanten. Barbizon ist auch ein angenehmes Ziel für einen gemütlichen Ausflug. Man kann sich dort auf einer Terrasse niederlassen, zu Mittag essen oder einfach ohne bestimmtes Ziel umherbummeln.

Das Dorf ist von Paris aus leicht mit dem Auto zu erreichen und liegt etwa 60 Kilometer von der Hauptstadt entfernt, am Rande des Waldes von Fontainebleau. Ein bisschen Kulturerbe, viel Natur, echte Kunstgeschichte und ein Ausflug, der sich ganz einfach organisieren lässt. Genau die Art von Ausflug, bei der man das Gefühl hat, weit weg zu sein, ohne die Île-de-France zu verlassen!
📍Barbizon