Als weltweit erste Einrichtung, die blinde Schüler unterrichtete, ist es auch der Ort, an dem Louis Braille sein Alphabet entwickelte. Das 1785 von Valentin Haüy erbaute Institut National des Jeunes Aveugles (INJA) am Boulevard des Invalides 56 im 7. Arrondissement verbirgt hinter seiner Fassade die allererste Schule der Welt, die speziell für blinde Schüler konzipiert wurde – und einen Ort, der die Art und Weise, wie blinde Menschen Lesen und Schreiben lernen, für immer verändert hat.

Das INJA: Der Ort, an dem Louis Braille sein Alphabet erfand
In den Mauern desINJA entwickelte Louis Braille, der im 19. Jahrhundert selbst Schüler und später Lehrer des Instituts war, das Schreibsystem mit erhabenen Punkten, das heute seinen Namen trägt und weltweit verwendet wird. Zwei Jahrhunderte später nimmt die Einrichtung weiterhin junge blinde und sehbehinderte Menschen auf und setzt damit einen weltweit einzigartigen Bildungsauftrag fort. Sie bietet zudem einen außergewöhnlichen Rahmen für kulturelle Veranstaltungen wie die berühmten Candlelight-Konzerte.
Die Europäischen Tage des Kulturerbes bieten jedes Jahr die Gelegenheit, einen Blick hinter die Kulissen dieses Ortes zu werfen, der normalerweise den Schülern und Mitarbeitern des Instituts vorbehalten ist. Eine Möglichkeit, einen wenig bekannten Teil der Pariser Geschichte zu entdecken, an der Schnittstelle zwischen architektonischem Erbe, Wissenschaftsgeschichte und Sozialgeschichte.

Ein Highlight im 7. Arrondissement, das du nicht verpassen solltest
Jedes Jahr finden am dritten Wochenende im September die Tage des offenen Denkmals statt, bei denen Tausende von Stätten, die normalerweise für die Öffentlichkeit geschlossen sind, in ganz Frankreich ihre Türen öffnen. Die Ausgabe 2026 dürfte diesem Zeitplan folgen, wobei das INJA, ein ikonisches Gebäude im 7. Arrondissement, voraussichtlich das gesamte Wochenende über geöffnet sein wird.
Praktische Informationen
📍 Ort: Institut National des Jeunes Aveugles, 56 Boulevard des Invalides, 75007 Paris
📆 Termine: Europäische Tage des Kulturerbes 2026, Wochenende vom 19.–20. September
🎟️ Zugang: Eintritt frei, solange Plätze verfügbar sind