Heute abgerissene Gebäude, alte Innenhöfe, archäologische Ausgrabungen oder Stadtviertel, die kurz vor ihrem Umbau fotografiert wurden: Seit über einem Jahrhundert bewahrt die Commission du Vieux Paris die Erinnerung an Gebäude, die teilweise komplett verschwunden sind. Anlässlich der Tage des offenen Denkmals 2026 kannst du ihr Archiv ausnahmsweise bei Führungen am Freitag, dem 18. September, entdecken.
Die 1897 gegründete Kommission für das alte Paris befasst sich auch heute noch mit Projekten, die das architektonische Erbe der Hauptstadt verändern könnten. Hinter dieser Arbeit verbirgt sich ein eher unbekanntes Dokumentationszentrum, das normalerweise nur nach Vereinbarung zugänglich ist und in dem Verwaltungsakten, historische Studien und vor allem ein umfangreicher Fotobestand aufbewahrt werden.
Tausende Fotos von einem Paris, das es nicht mehr gibt

Der interessanteste Teil geht auf das Jahr 1916 zurück, als das „Casier artistique et archéologique“ ins Leben gerufen wurde. Das Ziel war damals einfach: Bezirk für Bezirk sollten die Gebäude fotografiert werden, die als bemerkenswert genug galten, um dokumentiert oder geschützt zu werden.
Zwischen 1916 und den frühen 1930er Jahren wurden so mehr als 6.200 Fotografien auf Glasplatten für rund 2.000 Akten angefertigt. Stadtvillen, Wohnhäuser, öffentliche Gebäude, Industriestandorte oder alte Keller sind darauf manchmal kurz vor ihrem Verschwinden zu sehen. Der Bestand wurde im Laufe der Zeit durch Abrissarbeiten und große Bauprojekte in Paris weiter ausgebaut.
Für die Tage des offenen Denkmals sind zwei zweistündige Führungen geplant, um 10 Uhr und um 14 Uhr. Der Rahmen bleibt bewusst klein gehalten: Jeder Termin ist auf 15 Personen begrenzt, was die Reservierungen wohl ziemlich begehrt machen dürfte. Übrigens kündigt die Stadt Paris an, dass der Ticketverkauf in der ersten Septemberhälfte startet. Die Führung ist komplett kostenlos, aber eine Reservierung ist Pflicht.
Ort: Direction des Affaires culturelles, 11 rue du Pré, 75018 Paris
Öffnungszeiten: Freitag, 18. September 2026, von 10 bis 12 Uhr und von 14 bis 16 Uhr, kostenlos nach Voranmeldung.