Der Wiederaufbau des Marktes „Enfants-Rouges“ wird Zeit brauchen. Für die Händler kommt es jedoch nicht in Frage, mehrere Jahre zu warten, bevor sie wieder arbeiten können. Am Tag nach dem Brand, der die Markthalle im Marais komplett zerstört hat, kündigt die Stadt Paris an, nach einem vorübergehenden Standort zu suchen, damit die 17 betroffenen Geschäfte so schnell wie möglich wieder öffnen können.
„Wir werden uns ab sofort um eine vorübergehende Unterbringung der Händler […] in einem anderen Bereich kümmern“, kündigte der Pariser Bürgermeister Emmanuel Grégoire nach seinem Besuch vor Ort an. Bislang wurden weder die Adresse dieses künftigen provisorischen Marktes noch der Zeitplan für die Wiedereröffnung bekannt gegeben.
Restaurants, Obst- und Gemüsehändler, Fischhändler: Es sind nicht nur 17 Stände, die verlegt werden müssen
Der Marché des Enfants-Rouges beherbergte keine Aneinanderreihung identischer Stände, sondern eine besonders dichte Mischung aus Lebensmittelgeschäften und Gastronomiebetrieben. Vor dem Brand zählte die Stadt unter anderem Feinkostläden, zwei Obst- und Gemüsehändler, einen Fischhändler, einen Floristen, einen Käsehändler und einen Metzger. Der Markt wies seit mehreren Jahren eine Auslastung von 100 % auf.
Einige Geschäfte waren schon sehr lange dort ansässig. Die japanische Gastronomin Inai Taeko arbeitete dort zum Beispiel seit 2006, während andere Geschäfte erst vor kurzem eröffnet wurden, wie die Crêperie „Chez Lulu“, die im Februar 2025 ihre Türen öffnete. Diese Vielfalt erschwert natürlich die Suche nach einem vorübergehenden Standort: Es müssen sowohl Gastronomiebetriebe als auch Frischwaren untergebracht werden können, wobei der Standort nach Möglichkeit für die Stammgäste des Marais gut erreichbar bleiben sollte.

Die Dringlichkeit ist umso größer, als der Wiederaufbau der historischen Markthalle eher Jahre als Monate in Anspruch nehmen dürfte. Die 1.000 Quadratmeter des Marktes wurden zerstört und seine Metallkonstruktion schwer beschädigt. Der 1615 gegründete Ort steht zudem seit 1982 unter Denkmalschutz.
Ariel Weil, Bürgermeister von Paris Centre, hat bereits versprochen, dass der Markt wieder aufgebaut wird. Auch der Staat dürfte sich an den weiteren Bauarbeiten beteiligen: Der Minister für KMU und Tourismus, Serge Papin, hat angekündigt, dass er der Stadt bei der Wiederaufbauarbeit zur Seite stehen werde. Die nächste entscheidende Information wird also weniger architektonischer Natur sein, sondern sehr konkret: Wo können die 17 Händler wiedereröffnen, und in wie langer Zeit?