Jeden Sommer ziehen die normannischen Badeorte Tausende von Besuchern an. Doch nur wenige Kilometer von den meistbesuchten Reisezielen der Alabasterküste entfernt bewahrt ein kleines Dorf mit knapp 500 Einwohnern weiterhin seinen unaufdringlichen Charme. Eingebettet zwischen dem Ärmelkanal und der Landschaft der Region Cauchoise gehört Veules-les-Roses zu jenen Orten, an denen man sofort das Gefühl hat, dass das Leben einen Gang zurückschaltet.
Dieses Dorf im Departement Seine-Maritime mit 500 Einwohnern hat die impressionistischen Maler begeistert
Dieses Dorf im Departement Seine-Maritime, das zu den „Schönsten Dörfern Frankreichs“ zählt, lässt sich am besten zu Fuß erkunden. Hier verschwinden die Autos schnell hinter einem Labyrinth aus Gassen, gesäumt von Rosen, normannischen Reetdachhäusern und kleinen Steinhäusern. Einen Teil seines Rufs verdankt das Dorf übrigens seinen zahlreichen Rosensorten, die bei schönem Wetter die Fassaden und Gärten zum Blühen bringen.
Doch der wahre Star des Ortes ist nicht der, den man vermuten würde. Veules-les-Roses wird von der Veules durchflossen, die als der kleinste Fluss Frankreichs gilt. Der etwas mehr als einen Kilometer lange Fluss entspringt mitten im Dorf, bevor er wenige hundert Meter weiter in den Ärmelkanal mündet.

Entlang der Ufer führt ein angelegter Spazierweg, auf dem man alte Mühlen, Waschhäuser und blumengeschmückte Stege bewundern kann. Der Weg folgt gemächlich dem Flusslauf bis zum Strand und bietet einen der schönsten Spaziergänge der Region. Zwischen den Spiegelungen der Weiden im Wasser und den mit Pflanzen bewachsenen Fassaden fällt es schwer zu glauben, dass Paris nur zwei Autostunden entfernt liegt.
Die Geschichte von Veules-les-Roses ist zudem eng mit dem Meer verbunden. Bereits im 19. Jahrhundert wurde das Dorf zu einem beliebten Ziel für Künstler und Schriftsteller, die an der normannischen Küste nach Inspiration suchten. Victor Hugo, die impressionistischen Maler und zahlreiche Persönlichkeiten besuchten damals diesen kleinen Badeort mit seinem unverfälschten Charme.

Auch das lokale Kulturerbe ist durchaus sehenswert. Die Kirche Saint-Martin, die mittelalterlichen Überreste und die eleganten Villen aus der Zeit der Seebäder zeugen von mehreren Jahrhunderten Geschichte. Die Umgebung bietet zudem herrliche Ausblicke auf die Kreidefelsen, für die die Alabasterküste berühmt ist.
Eine weitere lokale Besonderheit: die Kresse. Dank der Wasserqualität der Veules wird sie hier schon seit mehreren Jahrhunderten angebaut und ist bis heute eine der Spezialitäten des Dorfes. Viele Restaurants servieren sie nach wie vor als Highlight auf ihren Tellern, zusammen mit Meeresfrüchten.
In einer Zeit, in der viele nach Ausflugszielen suchen, die man erreichen kann, ohne ganz Frankreich zu durchqueren, erfüllt Veules-les-Roses alle Kriterien: ein bemerkenswertes Kulturerbe, eine gute Erreichbarkeit von Paris aus, eine unberührte Küste und eine Einzigartigkeit, die man nirgendwo sonst findet.
Ort Veules-les-Roses –
Mit dem Zug: Vom Bahnhof Saint-Lazare mit dem TGV bis Rouen, dann mit dem TER bis Dieppe und weiter mit dem Bus
Mit dem Auto: über die Autobahn A13