In Plessis-Robinson gibt es einen Ort, den man fast wie eine Überraschung entdeckt, wenn man um eine Kurve eines Waldweges biegt. Im Bois de la Solitude tauchen zwischen den Bäumen die Ruinen des gleichnamigen Schlosses auf, mit ihren zerfallenen Mauern und dieser einzigartigen Atmosphäre, die sofort fasziniert. Nur wenige Kilometer von Paris entfernt liegt hier eine Hochburg der urbanen Erkundung.
Ein Juwel aus dem Jahr 1903, das verfallen ist
Was die Geschichte angeht, wurde das Schloss 1903 für Marie-Philiberte Marquis, die Erbin einer Schokoladenmacherfamilie, erbaut. Das Gebäude ist im neugotischen Stil gehalten, mit einer Silhouette, die beeindrucken soll, inmitten eines bereits alten, bewaldeten Anwesens. Dieses Anwesen hat im Laufe der Zeit mehrere Leben durchlaufen, was auch den etwas besonderen Platz erklärt, den es in der lokalen Geschichte einnimmt.
Nach dem Tod seiner Besitzerin wurde das Anwesen zu einer Privatklinik. Dort verbrachte René Viviani, ehemaliger Ratspräsident, seine letzten Tage. Zwischen 1937 und 1956 beherbergte das Schloss dann ein Karmeliterinnenkloster. Später kaufte der Staat das Anwesen und richtete dort eine technische Schule für junge alleinerziehende Mütter ein. Diese Abfolge von Nutzungen verleiht dem Ort eine recht ungewöhnliche Geschichte, zwischen bürgerlichem Wohnsitz, Pflegeeinrichtung, religiösem Ort und Bildungseinrichtung.

Doch die Schließung des Anwesens im Jahr 1976 markiert den Beginn des Verfalls, und das Gebäude verfällt rasch, wobei mehrere Brände seinen Verfall beschleunigen. Heute ist nur noch ein Teil der Außenmauern des Schlosses erhalten, doch diese Überreste reichen aus, um die Fantasie anzuregen. Die Natur hat sich ihr Recht zurückerobert, Bäume umringen die Mauern, und der Ort bewahrt jene geheimnisvolle Aura, die Liebhaber ungewöhnlicher Kulturgüter anzieht.
Natürlich lässt sich das Château de la Solitude nicht wie ein klassisches Denkmal besichtigen. Wie viele Orte, die mit urbaner Erkundung zu tun haben, sind das Schloss und seine Struktur sehr instabil, brüchig und gefährlich. Wir werden daher die genaue Adresse nicht preisgeben und raten davon ab, das Innere des Schlosses zu besichtigen.