Die Belle Époque sah hier berühmte Künstler und sogar gekrönte Häupter ein und aus gehen. Auch heute noch geben sich Berühmtheiten in diesem renommierten Restaurant im 9. Arrondissement von Paris ein Stelldichein . Ein Lokal mit goldenen Buchstaben und prunkvollem Dekor, das sich an den legendären Place de l’Opéra schmiegt …
1862: Die Geburt des Grand Hôtel de la Paix und mit ihm die Einweihung des nunmehr legendären Café de la Paix

Wir schreiben das Jahr 1860. Zu dieser Zeit findet ein Wettbewerb für die Errichtung einer „Académie impériale de musique et de danse“ (Kaiserliche Musik- und Tanzakademie ) statt. Berühmte Architekten hoffen alle, den Wettbewerb zu gewinnen, aber schließlich ist es ein völlig Unbekannter, der am 30. Mai 1861 den Zuschlag für das Projekt erhält. Sein Name? Charles Garnier. Gegenüber der brandneuen Oper wollte Napoleon III. das größte Hotel von Paris errichten, um die zukünftigen Besucher der Weltausstellung von 1867 zu beherbergen. So entstand 1862 das sogenannte „Grand Hôtel de la Paix“ in der Hauptstadt. Kaiserin Eugenie weihte es am 5. Mai desselben Jahres auf grandiose Weise ein. Und die Ambitionen von Napoleon III. wurden respektiert. Mit seinen rund vierhundertsiebzig Zimmern war das vom Architekten Alfred Armand entworfene Grand Hôtel de la Paix damals das größte Hotel in Paris. Und raten Sie mal, wie das Café-Restaurant in diesem riesigen Hotel heißt? Das Café de la Paix. Eine Legende ist geboren.
Ein Café-Restaurant im Herzen des damals größten Hotels von Paris, in einem Dekor von Napoleon III.

Später wurde das „Grand Hôtel de la Paix“ in „Le Grand Hôtel“ umbenannt und wandelte sich dann zum „Intercontinental Paris-Le Grand Hôtel“. Das Café de la Paix hingegen wird immer seinen ursprünglichen Namen behalten. Und wie könnte man das Café de la Paix erwähnen, ohne auf seinen Prunk einzugehen? Prächtige Deckenmalereien, Stuckverzierungen, Kronleuchter und Spiegel… Die Einrichtung des Café de la Paix ist eines kaiserlichen Palastes würdig. Die sorgfältig bemalte Decke mit falschen Himmeln ist ebenso überwältigend wie die von der griechisch-römischen Kunst inspirierten Ornamente. Auch die griechischen Säulen aus Gusseisen im neoklassizistischen Restaurant sind beeindruckend.
Das Versteck von Massenet, Zola, Proust und Maupassant

Mit den Jahren strömte ganz Paris in das Café, darunter auch die prominenten Künstler der damaligen Zeit, vom Opernkomponisten Jules Massenet bis hin zu einem der berühmtesten französischen Schriftsteller des 19. Jahrhunderts, einem gewissen Emile Zola. Im Jahr 2003 wurde das legendäre Café de la Paix in neuem Glanz erstrahlen. Der Architekt Pierre-Yves Rochon frischt den Ort auf und lässt ihn erhaben erscheinen. Obwohl das Café seine Seele und sein Wesen bewahrt hat, wird der Empire- und pompejanische Stil nun stärker betont als das Dekor aus der Zeit Napoleons III.

Haben Sie schon einmal die Tür zu diesem legendären Café-Restaurant geöffnet? Wir empfehlen Ihnen, mindestens einmal in Ihrem Leben dorthin zu gehen, vielleicht anlässlich der jährlich im Café de la Paix stattfindenden Petits-déjeuners du coeur, die zugunsten der Organisation Mécénat Chirurgie Cardiaque organisiert werden? Eine goldene Gelegenheit, einen symbolträchtigen Pariser Ort (wieder) zu entdecken und dabei noch etwas Gutes zu tun.