Weniger als 250 km von Paris entfernt ist das Schloss Villandry sowohl wegen seiner Architektur als auch wegen seiner Umgebung einen Besuch wert . Seine Gärten bilden eine riesige geometrische Kulisse aus Gemüse, Blumen, Hecken und Wasserbecken. Von den Fenstern des Schlosses oder den erhöhten Terrassen aus präsentiert sich das Anwesen fast wie ein Gemälde.
Die Gärten von Villandry – eine einzigartige Kulisse im Loiretal

Das heutige Schloss wurde ab 1532 von Jean Breton, dem Finanzminister von Franz I., an der Stelle einer ehemaligen mittelalterlichen Festung erbaut. Die Gärten, die man heute sehen kann, sind allerdings viel jünger. Als Joachim Carvallo und seine Frau Ann Coleman 1906 Villandry kauften, war das Anwesen von einem englischen Park umgeben. Das Paar gab seine wissenschaftliche Karriere auf und widmete einen Großteil seines Lebens der Restaurierung des Schlosses und anschließend der Neugestaltung der Gärten im Stil der Renaissance.
Heute erstreckt sich das Areal über sieben Hektar und gliedert sich in sechs Gärten, die auf vier Terrassenebenen angelegt sind. Jedes Jahr werden dort etwa 115.000 Blumen- und Gemüsepflanzen gesetzt. Außerdem müssen allein im Gemüsegarten 30 Kilometer Buchsbaumhecken, 162 zu Formschnittgestalten geschnittene Eiben und mehr als 300 Rosensträucher gepflegt werden. Zehn Gärtner arbeiten in Vollzeit daran, diese sehr präzisen Muster zu erhalten.
Ziergemüsegarten, Liebespark und Renaissance-Labyrinth

Der bekannteste Anblick ist der dekorative Gemüsegarten. Seine neun großen Beete sind mit Kohl, Salat, Lauch, Rote Bete oder Blütenpflanzen bepflanzt, die sowohl wegen ihrer Farben als auch wegen ihres kulinarischen Werts ausgewählt wurden. Die Bepflanzung wechselt zweimal im Jahr und umfasst etwa vierzig Gemüsesorten. Mehr als 52.000 Pflanzen werden benötigt, um diese Fläche von über einem Hektar zu füllen.
Der Spaziergang führt weiter durch die Ziergärten, deren Muster verschiedene Formen der Liebe darstellen. Weiter oben erstreckt sich der Wassergarten um ein großes, spiegelartiges Becken. Der Kräutergarten vereint etwa dreißig Gewürz- und Heilpflanzen, während das Labyrinth einem für Renaissancegärten typischen Muster folgt. Der Rundgang endet im Sonnengarten, der 2008 nach einem Entwurf von Joachim Carvallo aus dem Jahr 1924 angelegt wurde.
Villandry liegt etwa 2,5 Autostunden von Paris entfernt. Die Gärten sind das ganze Jahr über geöffnet, außer am 25. Dezember, während das Schloss saisonalen Öffnungszeiten folgt. Im Jahr 2026 kostet der komplette Besuch 14 Euro und der Zugang nur zu den Gärten 8,50 Euro. Probier’s doch mal aus!
Ort: Schloss Villandry – 3 rue Principale, 37510 Villandry
Öffnungszeiten: im Sommer täglich von 9:00 bis 18:30 Uhr
Preis: 14 €