Es ist schwer, sich eine filmreifere Kulisse nur 3 Stunden von Paris entfernt vorzustellen. Am Ortseingang von Combourg im Departement Ille-et-Vilaine taucht eine massive Silhouette über den Bäumen auf: hohe Granittürme, Festungsmauern und Spiegelungen im Wasser. Das am Ufer des Lac Tranquille gelegene Schloss Combourg gehört zu jenen Orten, die sowohl durch ihre Architektur als auch durch die Atmosphäre, die sie umgibt, anziehen.
Ein bretonisches Anwesen, das Chateaubriand inspirierte
Von Paris aus sind es etwa 3 Stunden mit dem Zug bis nach Rennes und dann etwa 30 Minuten mit dem Auto oder dem TER, um diese kleine bretonische Stadt zu erreichen. Eine Entfernung, die letztlich recht kurz ist für einen Ort, der wirklich das Gefühl vermittelt, in eine andere Welt einzutauchen.

Die Geschichte des Schlosses reicht bis ins Mittelalter zurück: Die Festung wurde zwischen dem 12. und 15. Jahrhundert erbaut, um diesen strategisch wichtigen Teil der Bretagne zu überwachen. Ihre vier großen Türme dominieren noch heute die Landschaft und verleihen ihr dieses unverwechselbare Aussehen.
Doch wenn Combourg weit über die Bretagne hinaus berühmt geworden ist, dann vor allem dank Chateaubriand. Der Schriftsteller verbrachte dort ab 1777 einen Teil seiner Kindheit und beschrieb das Schloss später in seinen „Mémoires d’outre-tombe“. Darin erwähnt er insbesondere die langen Spaziergänge im Park, die Melancholie des Ortes und die berühmten Geistergeschichten, die das Anwesen umgeben. Denn ja, das Schloss hat auch seinen Anteil an Legenden. Seit Jahrhunderten erzählen mehrere Berichte, dass eine mysteriöse schwarze Katze oder der Geist eines ehemaligen Lehnsherrn dort spuken würde.

Bei einem Besuch kannst du heute einen Teil der Innenräume entdecken, darunter möblierte Salons, die Bibliothek und mehrere Räume, die mit Chateaubriand in Verbindung stehen. Aber die Außenanlage ist zweifellos das Beeindruckendste. Der Park fällt zum See hin ab und bietet wunderschöne Ausblicke auf die Türme des Schlosses, besonders am späten Nachmittag, wenn sich das Licht im Wasser spiegelt.
Auch das Zentrum von Combourg ist einen Spaziergang wert. Die alten Gassen, die Steinhäuser und die kleinen Terrassen laden dazu ein, den Besuch zu verlängern. Viele entscheiden sich übrigens dafür, den ganzen Tag dort zu verbringen, bevor sie weiter nach Saint-Malo oder an die Smaragdküste fahren, die weniger als 40 Minuten entfernt liegt.
Zwischen mittelalterlicher Festung, romantischer Kulisse und literarischer Geschichte besitzt das Schloss von Combourg etwas ziemlich Seltenes. Ein spektakulärer Ort, der leicht Lust macht, den Ausflug etwas länger als geplant zu verlängern.
📍Schloss Combourg – 23, rue des Princes, Combourg