Etwas mehr als zwei Stunden von Paris entfernt ist Saint-Omer eine tolle Idee für ein Wochenende zwischen Kulturerbe und Natur. Die Altstadt lässt sich bequem zu Fuß erkunden, während das Marais Audomarois fast direkt vor den Toren der Stadt beginnt. An einem Tag kannst du also von einer Bootsfahrt zwischen den Gemüsegärten zur Kathedrale und in die alten Gassen wechseln.
Das Marais Audomarois, 170 km Kanäle vor den Toren von Saint-Omer

Das Marais Audomarois erstreckt sich über etwa 3.700 Hektar rund um Saint-Omer. Seine 170 km langen Wasserwege führen durch Gärten, Wiesen, Schilfgürtel und Flächen, die noch immer von Gemüsegärtnern bewirtschaftet werden. Von der UNESCO als Biosphärenreservat anerkannt, ist es eines der letzten bewirtschafteten Moorgebiete Europas.
Um das Sumpfgebiet zu erkunden, führen geführte Touren auf den kleinen Kanälen an Bord traditioneller Boote, insbesondere der „Bacôves“, die früher zum Transport der Ernte genutzt wurden. Diese langen Flachbodenschiffe dienten als echte Transportmittel im Sumpfgebiet: Man lud Holz, Baumaterial und vor allem Blumenkohl darauf, der zu einer der Spezialitäten von Saint-Omer geworden ist.
Die Fahrt führt an Häusern, Anlegestellen, Gemüsegärten und einigen Ständen vorbei, an denen die Erzeuger ihr Gemüse direkt aus dem Sumpfgebiet verkaufen. Etwa dreißig Gemüsegärtner bewirtschaften noch immer fast 400 Hektar und bauen rund fünfzig Sorten an, darunter Sommerblumenkohl, Chicorée und die Tilques-Möhre.
Was gibt’s in Saint-Omer nach der Tour durch das Marschland zu sehen?

Saint-Omer hat eine dicht bebaute Altstadt, die von der Kathedrale Notre-Dame-des-Miracles dominiert wird . Sie wurde ab dem Ende des 12. Jahrhunderts im gotischen Stil wieder aufgebaut , bewahrt Architektur aus mehreren Jahrhunderten und gehört seit 1840 zu den denkmalgeschützten Bauwerken.
Ein paar Straßen weiter bieten die Ruinen der Abtei Saint-Bertin eine ganz andere Kulisse. Von diesem ehemaligen gotischen Ensemble, das einst zu den bedeutendsten in Nordfrankreich gehörte, ist nur noch ein Teil erhalten, doch seine großen Bögen reichen aus, um einen Eindruck von seiner früheren Größe zu vermitteln. Dazwischen laden der Grand-Place, die alten Häuser und die Cafés dazu ein, den Tag gemütlich ausklingen zu lassen.
Saint-Omer lässt sich besonders gut in zwei Tagenerkunden : einen ersten Tag widmest du dem Marais, den zweiten dann der Altstadt oder einer Radtour entlang der Kanäle. Ein rundum gelungener Ausflug mit Wasser, Kulturerbe und einer lokalen Identität, die sich von den üblichen Reisezielen rund um Paris deutlich unterscheidet.
📍Saint-Omer