In Paris wird alles beurteilt. Der Kaffee für 2,50 €, Leute, die in der Metro zu laut reden, die Kleidung der Leute auf der Straße oder sogar ein Reality-TV-Kandidat, der „ganz klar nicht aus den richtigen Gründen dabei ist“. Aber Geschworener in einem Gericht zu sein, bedeutet nicht, vom Sofa aus mit den Augen zu rollen. Es bedeutet zuzuhören, zu zweifeln, zu beraten und manchmal… sich überhaupt nicht sicher zu sein. Bevor du dir also vorstellst, dass dein Name ausgelost wird, um im Justizpalast zu sitzen, machen wir einen Test. Nichts Wissenschaftliches, aber dennoch aufschlussreich.
Der Test
Frage 1
Ein Angeklagter gibt die Tat zu und entschuldigt sich mit zitternder Stimme. Deine erste Reaktion ist eher:
A. Emotionen sind gut und schön, aber lass uns über die Beweise reden.
B. Na ja … man spürt, dass er/sie es doch bereut.
C. Ich brauche eine Pause, um das alles zu verdauen.
Frage 2
Die Beweise häufen sich, aber keiner ist wirklich unwiderlegbar.
A. Es gibt zu viele Zufälle, als dass er/sie unschuldig sein könnte.
B. Im Zweifelsfall muss immer zugunsten des Angeklagten entschieden werden, man kann keinen Unschuldigen verurteilen.
C. Warum ist das Leben nie schwarz-weiß?
Frage 3
Bei den Beratungen sind nicht alle deiner Meinung.
A. Ich vertrete meinen Standpunkt, auch wenn es Stunden dauert.
B. Ich höre allen zu, bin danach aber noch unentschlossener.
C. Na ja … wenn alle das denken, muss ich wohl falsch liegen.
Frage 4
Der Prozess dauert mehrere Tage und die Debatten sind anstrengend.
A. Können wir das Ganze etwas beschleunigen? Ich habe meine Entscheidung bereits getroffen.
B. Wir nehmen uns die Zeit, die nötig ist, schließlich liegt das Schicksal eines Menschen in unseren Händen.
C. Ich dachte, ich wäre emotional stark… ich habe mich geirrt.
Frage 5
Deine Entscheidung wird das Leben von jemandem verändern.
A. Damit kann ich umgehen.
B. Das wird hart, aber es ist eine wichtige Entscheidung.
C. Das ist mir einfach zu viel.

Ergebnisse: Dein Profil als Geschworener (oder fast)
🔵Profil A – Der methodische Geschworene
Du wägst jedes Wort, jede Tatsache, jedes Schweigen ab. Manchmal wird dir vorgeworfen, ein bisschen kühl zu sein, aber du weißt eins: Mit dem Kopf zu entscheiden, ist die vernünftigste Option.
Du würdest dich in einer Beratung wohlfühlen… auch wenn du innerlich seufzen würdest, wenn jemand sagt: „Ich habe da so ein ungutes Gefühl.“
🟢Profil B – Der einfühlsame Geschworene
Du hörst dir die Geschichten hinter den Fakten an. Du nimmst Emotionen, Unausgesprochenes und ausweichende Blicke wahr .
Deine Stärke: Menschlichkeit.
Deine Schwäche: Zweifel, die bei Beratungen oft aufkommen.
Du weißt, dass Urteilen nicht nur bedeutet, eine Regel anzuwenden, sondern Menschen zu verstehen.
🔴Profil C – Der klare (und etwas ängstliche) Geschworene
Du bist dir einer wesentlichen Sache bewusst: Urteilen ist schwierig. Und dieses Bewusstsein würde dich paradoxerweise zu einem sehr ernsthaften Geschworenen machen (wenn du bereit bist, dir selbst zu vertrauen). Aber seien wir ehrlich: Du würdest in der Nacht vor der Urteilsverkündung schlecht schlafen. Und in der folgenden Nacht auch.
Und wenn keine Antwort auf dich zutrifft
Du bist zum Urteilen geschaffen … aber in Reality-Shows
Seien wir ehrlich: Du liebst es, zu analysieren, zu kommentieren, zu diskutieren… aber von deinem Sofa aus. Du weißt genau, wer bleiben sollte, wer „ein Spiel spielt”, wer „sich endlich offenbart”. Aber sobald die Entscheidung echte Konsequenzen hat, sagt dein Gehirn: „Warte, atme tief durch.”
Gute Nachrichten: In Paris kannst du ohne lebenswichtige Konsequenzen urteilen, dank des interaktiven Theaterstücks „The Jury Experience“, bei dem du in drei verschiedenen Fällen in die Rolle eines Geschworenen schlüpfst.
Bist du dafür geschaffen, Geschworener zu sein? Vielleicht, vielleicht auch nicht. Aber wenn dieser Test dich zum Lächeln gebracht, zum Zögern oder zum Nachdenken angeregt hat, ist das schon aufschlussreich. Denn in Paris wie auch anderswo bedeutet Urteilen nicht, Recht zu haben. Es bedeutet, sich zu entscheiden, wenn keine Antwort wirklich zufriedenstellend ist. Und das ist nicht jedem gegeben.