Im Departement Val-d’Oise, etwa dreißig Kilometer von Paris entfernt, bietet die Abtei von Maubuisson eine unerwartete Auszeit zwischen mittelalterlicher Geschichte und zeitgenössischem Schaffen. Diese ehemalige königliche Zisterzienserabtei in Saint-Ouen-l’Aumône präsentiert sich heute als weitläufiges Kultur- und Naturgebiet, das für alle zugänglich ist.
Eine Abtei in der Region Île-de-France, die zu einem Kunstzentrum umgebaut wurde
Die Abtei wurde 1236 von Blanche de Castille, Königin von Frankreich und Mutter von Saint Louis, gegründet. Damals wollte sie ein Frauenkloster nach der Zisterzienserregel an einem abgelegenen Ort in der Nähe der Hauptstadt gründen. Maubuisson wurde schnell zu einer wichtigen Einrichtung, die vom Adel frequentiert und vom Königshof unterstützt wurde. Mehrere Prinzessinnen traten dort in den Orden ein, und der Ort erlangte einen privilegierten Status im Königreich.
Im Laufe der Jahrhunderte erlebte die Abtei Zeiten des Wohlstands, aber auch Phasen des Niedergangs. Wie viele religiöse Einrichtungen wurde sie von der Französischen Revolution stark erschüttert. Die Gebäude wurden als nationales Eigentum verkauft und für verschiedene Zwecke, insbesondere für die Landwirtschaft, umgebaut. Ein Teil der Gebäude verschwand, aber einige wichtige Elemente blieben erhalten.
Heute hat das Anwesen eine ganz besondere Atmosphäre. Man kann dort vor allem den Nonnenraum entdecken, einen großen gotischen Raum mit hohen Gewölben, sowie die Überreste des Kreuzgangs und die alten Klostergebäude. Die schlichte und elegante Zisterzienserarchitektur verleiht dem Ort einen friedlichen und fast zeitlosen Charakter.

Seit den 1980er Jahren wurde die Abtei renoviert und in ein Zentrum für zeitgenössische Kunst umgewandelt. Heute finden hier Ausstellungen, Installationen und Kunstprojekte statt, die mit den historischen Räumen in Dialog treten. Dieses Zusammenleben von mittelalterlichem Erbe und zeitgenössischem Schaffen ist eine der Besonderheiten des Ortes.
Um die Gebäude herum erstreckt sich der Park über mehrere Hektar. Rasenflächen, alte Bäume und schattige Alleen laden zum Spazierengehen ein. Die Atmosphäre ist ruhig, fast vertraulich, weit weg vom Trubel der Pariser Stadt. Viele Besucher kommen einfach, um den Garten zu genießen, auf dem Rasen zu lesen oder zwischen den alten Steinmauern spazieren zu gehen.
Mit ihrer königlichen Geschichte, ihren gotischen Räumen und ihrem bewaldeten Park bietet die Abtei von Maubuisson einen einfachen und abwechslungsreichen Kultururlaub vor den Toren der Hauptstadt. Ein diskreter, aber geschichtsträchtiger Ort, perfekt für einen etwas anderen Ausflug in der Île-de-France.
📍Abtei von Maubuisson – Avenue Richard de Tour, 95310 Saint-Ouen-l’Aumône