Während ein Großteil Europas eine Hitzewelle nach der anderen erlebt , suchen manche Reisende bereits nach einem Ausweg. Nicht unbedingt in den hohen Norden oder nach Island, sondern zu einem Reiseziel, wo man noch wandern, auf einer Terrasse zu Mittag essen oder bei offenem Fenster schlafen kann, ohne unter drückender Hitze zu leiden. Mitten im Atlantik, etwa vier Flugstunden von Paris entfernt, erweisen sich die Azoren gerade jetzt als eine der verlockendsten Alternativen.
Spektakuläre Inseln, auf denen man frische Luft atmen kann
Dieser portugiesische Archipel, bestehend aus neun Inseln, liegt mehr als 1.300 Kilometer von den europäischen Küsten entfernt. Eine Lage, die ihm ein besonders gemäßigtes Klima beschert. Mitten im Sommer schwankt das Thermometer in der Regel zwischen 22 und 26 °C – weit entfernt von den Spitzenwerten, die an vielen Mittelmeer-Reisezielen zu beobachten sind.

Doch wenn die Azoren so sehr begeistern, dann vor allem, weil sie manchmal den Eindruck erwecken, mehrere Landschaften an einem einzigen Ort vereint zu haben. Auf São Miguel, der Hauptinsel, entdecken Besucher Vulkankrater, die sich in Seen verwandelt haben. Der berühmteste davon, Sete Cidades, ist mit seinen zwei unterschiedlich gefärbten Gewässern, umgeben von üppiger Vegetation, zu einem der Wahrzeichen des Archipels geworden. Nur wenige Kilometer entfernt laden natürliche heiße Quellen sogar zum Baden in Wasser ein, das durch geothermische Aktivität erwärmt wird.
Weiter östlich führen die Wanderwege durch dichte Wälder, entlang von Wasserfällen und bieten immer wieder spektakuläre Ausblicke. Die Allgegenwart des Wassers trägt wesentlich zum Charme der Azoren bei. Flüsse, Lagunen, natürliche Becken , die in den Vulkangestein gehauen sind : Hier scheint die Landschaft ständig von den Elementen geformt zu werden.

Diese unberührte Natur erklärt übrigens auch, warum der Archipel zu einem der besten Orte Europas für die Beobachtung von Walen und Delfinen geworden ist. Wale und Delfine halten sich einen Großteil des Jahres in den Gewässern der Azoren auf und ziehen Liebhaber aus aller Welt an.
Im Gegensatz zu anderen Sommerreisezielen, die manchmal schon ab Juli überlaufen sind, herrscht auf den Azoren noch eine gewisse Ruhe. Die bunten Dörfer, die von Hortensien gesäumten Straßen und die kleinen Fischerhäfen vermitteln oft den Eindruck einer Region, die vom Massentourismus verschont geblieben ist.
Da Hitzewellen in Europa immer häufiger werden, gewinnt diese Ecke des Atlantiks bei französischen Reisenden übrigens zunehmend an Beliebtheit. Viele kommen nicht mehr nur wegen der vulkanischen Landschaften oder zum Wandern, sondern auch, um einen Luxus zu genießen, der im Sommer selten geworden ist: frische Luft zu atmen.