Es war ein staatliches Erdbeben, das die französische Gesellschaft tief gespalten hat und die Staatsräson gegen die Verteidigung der Menschenrechte stellte. Mehr als ein Jahrhundert später fasziniert und hinterfragt die Dreyfus-Affäre (1894–1906) weiterhin. Mit seiner Dauerausstellung bietet dir das Musée d’art et d’histoire du Judaïsme (mahJ) in Paris dank des einzigartigen Archivbestands , den die Familie des Hauptmanns hinterlassen hat , einen erschütternden Einblick in das Herz dieses Skandals.
Wenn man die Hintergründe dieses historischen Prozesses entdeckt, kommt man nicht umhin, über die Zerbrechlichkeit der Gerechtigkeit nachzudenken. Und nur ein paar U-Bahn-Stationen weiter lädt dich ein interaktives Theaterstück dazu ein, für einen Abend in die Rolle eines Geschworenen zu schlüpfen . Eine einmalige Gelegenheit, von der historischen Theorie zur Praxis überzugehen und zu erfahren, wie schwierig es ist, ein gerechtes Urteil zu fällen.
29 August 2026 17:00 + mehr Daten
5 September 2026 17:00 + mehr Daten
28 August 2026 17:00 + mehr Daten
Außergewöhnliche Archivstücke, die tief unter die Haut gehen
Das mahJ bewahrt dank mehrerer Schenkungen der Familie Dreyfus eines der weltweit bedeutendsten Archivbestände zu diesem Fall auf, den du in der Dauerausstellung entdecken kannst.
- Der intime Briefwechsel: Der ergreifende Briefwechsel zwischen Alfred Dreyfus und seiner Frau Lucie, geschrieben während seines erzwungenen Exils in Guyana. Er zeugt von seiner moralischen Stärke und seiner Besessenheit, seine Ehre wiederherzustellen.
- Die gefälschten Dokumente: Faksimiles und Originale der geheimen Akte, die von der Armee aus dem Nichts erfunden wurde, um den Angeklagten zu belasten.
- Der Krieg der Bilder: Ein großer Bereich zeigt den Medienrummel jener Zeit. Dort entdeckt man zahlreiche Zeitungs-Titelseiten. Darunter Karikaturen von unerhörter Gewalt aus der anti-dreyfusistischen und antisemitischen Presse, aber auch Plakate zur Unterstützung der Dreyfusisten.

120 Jahre später…
Der 12. Juli 2026 markiert den genauen Jahrestag der Rehabilitierung von Alfred Dreyfus vor 120 Jahren, der am 12. Juli 1906 vom Kassationsgericht endgültig freigesprochen wurde. Durch einen Zufall war es ebenfalls der 12. Juli 1935, an dem er im Alter von 76 Jahren starb. Das ist die perfekte Gelegenheit, diesen Schatz des Kulturerbes zu entdecken.
📍 Ort: Musée d’art et d’histoire du Judaïsme (Hôtel de Saint-Aignan) – 71, rue du Temple, 75003 Paris.
🚇 U-Bahn: Rambuteau (Linie 11) oder Hôtel de Ville (Linien 1 und 11).
⌚ Öffnungszeiten: Das mahJ ist montags geschlossen.
Dienstag, Donnerstag, Freitag: 11:00 – 18:00 Uhr | Mittwoch: 11:00 – 21:00 Uhr | Samstag und Sonntag: 10:00 – 19:00 Uhr
🎫 Preise: 13,50 € und 9,50 € ermäßigt. Die Dauerausstellung ist für EU-Bürger unter 25 Jahren und für alle am ersten Samstag im Monat kostenlos.