Diese Szene in „La La Land“ ist einfach unvergesslich. Ein unterirdischer Jazzclub, Steingewölbe, eine winzige Tanzfläche, auf der sich Publikum und Musiker fast berühren. Ryan Gosling am Klavier, Emma Stone, die zum ersten Mal diese Welt betritt. Damien Chazelle hat diese Kulisse nicht erfunden, er hat sie in der Rue de la Huchette Nr. 5 im 5. Arrondissementgefunden.
Der „Caveau de la Huchette“ braucht Hollywood nicht, um zu existieren, aber Hollywood hat ihm einen großen Gefallen getan. Seit dem Kinostart des Films im Jahr 2016: sechs Oscars, 440 Millionen Dollar an den weltweiten Kinokassen und eine Wiederbelebung des Clubs. Eine ganz neue Generation drängt nun durch die Tür dieses mittelalterlichen Kellers, um die legendäre Szene nachzuerleben.
Der „Caveau de la Huchette“: eine Quelle der Inspiration für „La La Land“ und den Jazz
Die Geschichte des „Caveau de la Huchette“ klingt wie ein gotischer Roman. Das Gebäude stammt ausdem 16. Jahrhundert, und der Legende nach hielten dort die Rosenkreuzer und die Templer geheime Treffen ab, bevor sich dort 1772 eine Freimaurerloge niederließ. Die Französische Revolution fügte ein düstereres Kapitel hinzu: Die Keller wurden zu einem Ort der Gerichtsverhandlungen, an dem die Verurteilten vor Ort hingerichtet wurden. Ein Brunnen existiert noch immer, direkt unter den Füßen der Tänzer.
Nach der Revolution wurde das Gebäude zu einem Chanson-Theater umfunktioniert, in dem Stars des französischen Chansons wie Léo Ferré oder Georges Brassens auftraten. 1949 wurde der „Caveau“ offiziell zum Jazzclub, und die größten Namen des Genres traten unter seinen Gewölben auf: Lionel Hampton, Count Basie, Art Blakey, Sidney Bechet, Claude Bolling. Der Legende nach soll der „Caveau“ sogar einen gewissen Alan Sytner inspiriert haben, der damals in Paris studierte, nach Liverpool zurückkehrte und dort einen Club namens „The Cavern“ eröffnete, in dem die Beatles ihre ersten Auftritte hatten.

Auch heute hat sich nichts verändert. Dieselben Gewölbe, dieselben roten Sitzbänke, dieselbe winzige Bühne. Genau diese Authentizität hat Damien Chazelle bei den Dreharbeiten zu „La La Land“ gesucht, und genau das wirst du dort im Oktober während des Festivals „Jazz sur Seine“ vorfinden.
Jazz sur Seine 2026:15. Ausgabe
Seit fünfzehn Jahren breitet „Jazz sur Seine“ seinen Einfluss auf die ganze Stadt aus: auf die Clubs in den Stadtvierteln, die Kellerlokale, die Vereinsräume und die ungewöhnlichen Orte, die nur Eingeweihte kennen… Vom 9. bis zum 24. Oktober 2026 verwandeln sich 25 Veranstaltungsorte in der Île-de-France in Jazzbühnen, um 180 Konzerte und 450 Künstler zu begrüßen – von den großen Namen bis hin zu aufstrebenden Talenten der französischen und internationalen Szene.

Am 13. Oktober: 15 kostenlose Konzerte in einer einzigen Nacht
Der Höhepunkt des Festivals ist der Jazz-Marathon am Dienstag, dem 13. Oktober. Das Prinzip ist einfach: An einem einzigen Abend vereinen 15 Minikonzerte das Beste der aktuellen Jazzszene – von Newcomern über Headliner bis hin zu jungen Künstlern – in einer Nacht im Marathon-Format und beifreiem Eintritt. Du musst keine Eintrittskarte kaufen. Das Ziel des Paris Jazz Club, des Vereins, der das Festival seit fünfzehn Jahren organisiert, war schon immer dasselbe: Jazz für diejenigen zugänglich zu machen, die sich noch nie getraut haben, die Tür eines Clubs zu öffnen.
Konzerte, die du bei „Jazz sur Seine“ nicht verpassen solltest
13. Okt.: Jazz-Marathon – 15 kostenlose Minikonzerte📍Paris Jazz Club, 58 rue des Lombards
9. – 10. Okt.: Simon Spang Hanssen & Ear Witness📍Baiser Salé · Paris1.
13. – 14. Okt.: David Krakauer & Kathleen Tagg📍ECUJE · Paris,10. Arrondissement
15. Okt.: Die A. Terrier Group lädt Anne Sila ein📍ECUJE · Paris,10. Arrondissement
17. Okt.: Sébastien Texier „Dreamer Quartet“📍La Cave du Jazz · Seine-et-Marne
24. Okt.: Julien Coriatt — Brand New Quintet📍Baiser Salé · Paris1.