Brauchen Sie Luft und Wasser, ohne zu weit von Paris wegzufahren? Dann fahren Sie ins Departement Seine-et-Marne und entdecken Sie Crécy-la-Chapelle, ein kleines Juwel, das auch als „Venedig der Briarde“ bezeichnet wird. Mit seinen Kanälen, alten Steinen, Denkmälern und seiner bukolischen Atmosphäre bietet dieses mittelalterliche Dorf alles, um Liebhaber zeitloser Spaziergänge zu verführen.
Eine mittelalterliche Auszeit nur einen Katzensprung von Paris entfernt.
Wie sein Nachbar Blandy-Les-Tours ist Crécy-la-Chapelle die Art von Städtchen, in dem jede Gasse eine Geschichte erzählt. Die seit dem XIIᵉ Jahrhundert um eine Festung herum entwickelte Stadt hat hübsche Überreste ihrer Vergangenheit bewahrt. Man findet hier gepflasterte Gassen, einen Belfried, Waschhäuser, alte Brücken … und vor allem die Stiftskirche Notre-Dame de l’Assomption. Wenn man dort spazieren geht, hat man wirklich das Gefühl, in einer mittelalterlichen Kulisse aus einer anderen Zeit zu wandeln.
Das „Venedig der Briarde“
Diesen poetischen Spitznamen verdankt Crécy-la-Chapelle dem Grand Morin, der sich durch das Herz des Dorfes schlängelt. Hier schlängelt sich das Wasser zwischen den Häusern hindurch. Es spiegelt die alten Fassaden wider und führt unter kleinen Stein- oder Holzstegen hindurch. Man versteht schnell, warum die Einwohner ihre Stadt mit Klein-Venedig vergleichen.

Die Kanäle sind jedoch nicht nur eine reizvolle Kulisse. Sie wurden im Mittelalter gegraben, um die Stadt zu schützen und das Wasser um die Stadtmauern herumzuleiten. Sie dienten auch dazu, die Mühlen anzutreiben, die das Tal belebten. Heute erstreckt sich dieses kleine Meeresnetz noch über etwa 2,5 km. Es verleiht Crécy seine Atmosphäre, die zwischen einer mittelalterlichen Stadt und einem ländlichen Venedig liegt. An jeder Biegung des Kanals stößt man auf einen Waschplatz, eine Schleuse oder eine grüne Ecke, die sich perfekt für eine Fotopause eignet.
Die Stiftskirche Notre-Dame de l’Assomption in Crécy-la-Chapelle
Sobald man sich dem Zentrum nähert, ist die imposante Silhouette der Stiftskirche Notre-Dame de l’Assomption nicht zu übersehen. Sie wurde bereits im XIIᵉ Jahrhundert errichtet und zwischen dem XIIIᵉ und dem 15. Jahrhundert nach dem Hundertjährigen Krieg wieder aufgebaut und ist heute eines der schönsten gotischen Bauwerke der Île-de-France. Sie steht seit 1846 unter Denkmalschutz und beeindruckt sowohl von außen – mit ihrem quadratischen Glockenturm, der das Tal überragt – als auch von innen.
Wenn man die Tür aufstößt, blickt man instinktiv zu den schlanken Gewölben auf und lässt sich vom Licht einfangen, das durch die Buntglasfenster fällt. Der majestätische Chor steht im Kontrast zur mittelalterlichen Strenge und zeugt von der Kunstfertigkeit der damaligen Zeit. Zwischen ihrem fein geschnitzten Chorgestühl und den alten Statuen strahlt die Stiftskirche eine einzigartige Aura aus: Sie ist zugleich spiritueller Bezugspunkt, Zeuge der Geschichte und ein wahres architektonisches Juwel.
Das Schloss von Crécy-la-Chapelle
Etwas abseits des Zentrums erzählt das Schloss von Crécy-la-Chapelle eine weitere Seite der Vergangenheit des Dorfes. Einst eine mittelalterliche Festung, die das Tal des Grand Morin verteidigte, legte es nach und nach sein kriegerisches Aussehen ab. Heute ist es ein elegantes Herrenhaus im gustavianischen Stil mit englischen Einflüssen. Im 15. Jahrhundert war es sogar der Sitz der mächtigen Familie Bureau, die enge Berater der französischen Könige waren.
Das von viel Grün umgebene Schloss besticht heute durch seine romantische Seite. Seine schlichten, aber raffinierten Fassaden, sein baumbestandener Park, der zu Spaziergängen einlädt, und dieser diskrete Charme der alten Häuser sind ein Volltreffer. Es ergänzt wunderbar die malerische Atmosphäre von Crécy-la-Chapelle, zwischen mittelalterlicher Erinnerung und ländlicher Sanftheit.

Ein bukolischer Ausflug
Sie haben es sicher schon gemerkt: Weniger als eine Stunde von Paris entfernt (über die Transilien-Linie P) ist dies das ideale Reiseziel, um sich eine Schüssel Landleben und Kulturerbe zu gönnen. Crécy-la-Chapelle liegt im Herzen des Vallée des Peintres du Grand Morin, das berühmte Namen wie Corot oder Toulouse-Lautrec inspirierte. Noch heute lädt ein markierter Pfad dazu ein, den Fußspuren dieser angehenden Künstler zu folgen. Ein Muss für alle, die Malerdörfer lieben.
Was die Spaziergänge angeht , empfehlen wir Ihnen, durch die Rue de la Halle zu schlendern, bis zum Haus von Corot vorzudringen oder die Wiesen am Flussufer für ein improvisiertes Picknick zu nutzen. Und das Beste daran: Weniger als 10 Minuten vom Dorf entfernt können Sie auch einen märchenhaften Garten entdecken , der Alice im Wunderland würdig ist: die Gelbe Mühle.
