Während in Barcelona, Lissabon, London oder Düsseldorf schon seit Ende Mai zu „Tití me preguntó“ getanzt wurde, stand Frankreich noch Schlange. Dieses Wochenende hat das Warten endlich ein Ende: Benito Antonio Martínez Ocasio, alias Bad Bunny, erobert die größte Indoor-Halle Europas für zwei Abende, die sich bereits jetzt als eines der heißesten Events des Pariser Sommers ankündigen. Öffnungszeiten, Anfahrt, Casita, Anekdoten über den Künstler: Hier ist die komplette Anleitung.

Öffnungszeiten: Wann fängt das Bad-Bunny-Konzert an?
Das Konzert beginnt sowohl am Samstag als auch am Sonntag um 20:00 Uhr, aber der Abend selbst startet schon viel früher. Die Tore der Paris La Défense Arena öffnen erst ab 17:00 Uhr, und die Veranstaltungsstätte rät ausdrücklich davon ab, zu früh zu kommen, da es außerhalb des Gebäudes keine schattigen Plätze zum Warten gibt. Ein guter Tipp, wenn man bedenkt, dass die Île-de-France dieses Wochenende von einer neuen Hitzewelle heimgesucht wird. Am besten planst du also eine Ankunft am späten Nachmittag ein, so gegen 18: 00–18:30 Uhr.
Auf der Bühne wird Chuwi als Vorband auftreten – ein Quartett, das Bad Bunny persönlich ausgewählt hat, nachdem er sich künstlerisch sofort in sie verliebt hatte. Ihre Aufgabe ist es, die Stimmung im Saal anzuheizen. Die Hauptshow dauert fast zwei Stunden, und die Setlist beginnt mit „LA MuDANZA“, „Callaíta“ und „PIToRRO DE COCO“, gefolgt von den Klassikern „BAILE INoLVIDABLE“, „NUEVAYoL“, „Tití me preguntó“ oder „Safaera“, bevor „CAFé CON RON“ und „Ojitos lindos“ kommen und das Finale mit „DÁKITI“, „Yonaguni“, „El apagón“ und „DtMF“. Jeder Abend endet mit „EoO“, hält aber direkt nach „MONACO“ eine eigene Überraschung bereit: einen Titel, der je nach Stadt unterschiedlich ist, sich im Voraus nicht erraten lässt und manchmal sogar von Abend zu Abend variiert.

Anfahrt: Wie kommst du zur Plenitude Arena (Paris La Défense Arena)?
Adresse: 99 Jardins de l’Arche, 92000 Nanterre
Anfahrt: RER A: Haltestelle Nanterre Préfecture / RER E: Haltestelle Nanterre-La-Folie / Bus: Linien 163 und 276 (Haltestelle Les Terrasses), Cimetière Nouveau (Eolien), Nanterre-La-Folie-RER (276)
Zeiten: Einlass: 17:00 Uhr – Konzertbeginn: 20:00 Uhr
Preise: von 76,20 € bis 202,70 € je nach Kategorie, inklusive „Los Vecinos“-Zone
Die Défense Arena ist nach wie vor eine der am besten erreichbaren Veranstaltungsstätten im Großraum Paris. Mit der RER A und der RER E kannst du den Stau umgehen, denn durch die beiden aufeinanderfolgenden Termine wird sich die Besucherzahl in der Gegend über das gesamte Wochenende verdoppeln.

Wo kann man den Abend in der Gegend ausklingen lassen?
La Défense ist schon lange nicht mehr nur ein Bürobezirk. Direkt neben der Arena verwandelt sich die Esplanade jeden Sommer in eine Open-Air-Bühne mit dem „Garden Parvis“ und seinem kostenlosen Programm aus Konzerten und DJ-Sets sowie den Kunstinstallationen des Festivals „Les Extatiques“.

Die Casita, das Herzstück der Show
Man kann diese Tournee unmöglich erwähnen, ohne auf „La Casita Rosa“ einzugehen, dieses leuchtend rosa Häuschen mitten auf der Bühne, das von traditionellen puertorikanischen Häusern inspiriert ist. Dort singt , tanzt und improvisiert Bad Bunny mit seinen Gästen des Abends und verwandelt so ein einfaches Bühnenbild in eine echte wiederkehrende Figur der Show. Seit dem Start der Europatournee am 22. Mai in Barcelona waren dort schon Ana de Armas, Pedro Pascal, Salma Hayek oder auch Karol G zu Gast, aber auch völlig Unbekannte, die vor Konzertbeginn im Publikum entdeckt und auf die Bühne eingeladen wurden.
In Marseille kursierte ein Name immer wieder: der des Marseiller Modedesigners Simon Porte Jacquemus, der dem Künstler schon seit Langem nahesteht. Für die beiden Pariser Termine sind die Gerüchte unter den französischen Prominenten ebenso lebhaft, und es wird gemunkelt, dass das Duo Bigflo & Oli seine goldene Eintrittskarte für das berühmte rosa Haus ergattern könnte . Eines ist sicher: Niemand weiß jemals im Voraus, wer dort die Tür öffnen wird.

Anekdoten: Wer ist Bad Bunny eigentlich wirklich?
Hinter dem weltweiten Phänomen verbirgt sich ein Junge aus San Juan, Puerto Rico, geboren als Benito Antonio Martínez Ocasio, der eine rasante Karriere hingelegt hat, die ihn innerhalb eines Jahrzehnts von den Regalen der Supermärkte über den Abspann des Super Bowls, über Kollaborationen mit Rosalía, Drake oder Cardi B bis hin zu einer Rolle in einem Spielfilm an der Seite von Brad Pitt geführt hat.
Was Bad Bunny von den meisten Stars unterscheidet, ist seine Verbundenheit mit seinen Wurzeln und seiner Heimatinsel. Jedes seiner jüngsten Alben hat eine politische Botschaft: Anprangerung der Gentrifizierung in Puerto Rico, Hommage an die ländliche Jíbara-Kultur, Kritik an Immobilienspekulationen… Er hat außerdem Eindruck hinterlassen, indem er sich kategorisch geweigert hat, seine Texte ins Englische zu übersetzen, um dem nordamerikanischen Markt zu gefallen, und so dazu beigetragen, Reggaeton und Latino-Trap als dominierende Genres auf der Weltbühne zu etablieren.

Übrigens sieht diese Europatournee keine Termine in Nordamerika vor – eine Entscheidung, die einen beispiellosen Ansturm von Fans aus den USA und Kanada ausgelöst hat, die ihre Zugfahrkarten nach Marseille gebucht haben. Ein weiteres Symbol dafür, dass der Künstler es mehr denn je vorzieht, das Publikum zu sich zu holen, anstatt umgekehrt. Wenn du nicht zu Bad Bunny kommst, kommt Bad Bunny zu dir!